3D-Heimkino: Führende Hersteller wollen einheitliches Format

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Jul 22
Foto: aboutpixel.de / Petra Hager

Jeder war sicherlich mindestens schon einmal in einem 3D-Kino. Die farbigen Brillen, die am Eingang ausgeschenkt werden, gab es damals häufig als Gimmicks in Comicheften. Die Faszination solcher Filme besteht darin, dass sich der Zuschauer näher ins Geschehen hineinversetzt fühlt. Wenn bei Unterwasser-Dokus plötzlich ein Koloss von Hai auf einen zuzuschwimmen scheint, wirkt das tausendmal intensiver als vor der heimischen Mattscheibe. Schon seit längerem gibt es die Möglichkeit, sich das 3D-Erlebnis in die eigene Wohnung zu holen. Durch sehr teure 3D-Projektorensysteme lässt sich die weiße Heimkino-Leinwand zu Hause in ein plastisches Abenteuer verwandeln. Nicht nur deshalb pochen führende Hersteller mittlerweile auf ein Heimkino-Standard für stereoskopisches 3D-Material.

Derzeit „bekriegen“ sich vier Formate innerhalb der 3D-Kinobranche, Xpand (ehemals NuVision), RealD, Dolby 3D Digital Cinema sowie die „Selbstbaulösung“ – Doppelprojektion mit linearer Polarisation. Der Fachverband SMPTE (Society of Motion Pictures and Television Engineers) plant, innerhalb der kommenden anderthalb Jahre einen festen Standard zu bestimmen. Dies würde sich vor allem für die einzelnen Filmstudios auszahlen, denn die könnten von der Zweitverwertung ihrer Produktionen profitieren. „Zweitverwertung“ bedeutet in dem Fall, dass sich Kunden mehr für 3D-Heimkinoanlagen und folglich auch für plastisch dargestellte Filme begeistern lassen könnten. Im April hatten sich Industriegrößen – darunter Philips, Sony und Samsung – zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, die sich für ein gängiges 3D-Format stark macht. Die Organisation trägt den Namen 3D@Home.

Einen Boom erlebt das stereoskopische Kino derzeit vornehmlich in den USA. Dort wurden für das Jahr 2009 schon 14 neue 3D-Produktionen in Aussicht gestellt. Hierzulande betrachten Kinobetreiber, wie z. B. IMAX, die Einführung eines 3D-Standards eher argwöhnisch. Gegenüber dem 3D-Heimkino in den eigenen vier Wänden besaßen Kinobetreiber immer einen gewaltigen technischen Vorsprung – eine Standardisierung des Formats würde diesen Vorteil über kurz oder lang aufheben.

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