
- Foto: Rockstar Games
Nach fast unerträglich langem Hinhalten und mehrfachen Verschiebungen von Seiten des Entwicklerteams ist Grand Theft Auto 4 (kurz: GTA IV) am 29. April endlich im Handel eingetroffen. Noch nie hat sich ein derartiger Hype um ein Konsolenspiel entwickelt, täglich lieferten Internetforen, Spieler-Communities oder die Entwickler selber neue, brandheiße Informationen über das Spiel. Dabei wurde das Wissen um die Neuerungen im „Next-Gen“-Aufleger der GTA-Reihe oft nur häppchenweise weitergegeben, was die Ungeduld der ausharrenden Gamer-Gemeinde nur noch mehr ansteigen ließ. Kleinste Details, wie die Möglichkeit einzelne Reifen zerschießen zu können oder die Anzahl der verfügbaren Radiosender im Spiel, wurden nur einige wenige Wochen vor dem Release immer noch mit offenen Armen begrüßt. Aber was hat sich tatsächlich geändert? Die Erwartungen an das neue Prunkstück aus der Rockstar-Schmiede schienen so unendlich hoch geschraubt, dass sie eigentlich kaum hätten erfüllt werden können – oder doch? Ein Trip durch Liberty City bringt schnell Klarheit über einige noch offene Fragen.
„Welcome back to Liberty City!“
Allein das Intro wird vielen Konsolenspielern aus der Seele sprechen. Bei leichter Abenddämmerung steuert ein altes, marode wirkendes Frachtschiff zielsicher den Hafen in Liberty City an. Je näher der Frachter den Piers kommt, desto mehr Fahrt nimmt auch die Musik im Hintergrund auf. Unauffällig schieben sich die Macher hinter den Kulissen mit kurzen Namenseinblendungen ins Geschehen. Als der Kahn endlich anlegt, schreien die Kulisse und ihre untermalenden Beats förmlich die drei Worte: „GTA is back.“
Von Bord geht niemand Geringerer als Niko Bellic, der für „mindestens 100 Stunden“ – so behaupten es die Entwickler zumindest – den Spieler an die Konsole fesseln soll. Direkt an der Anlegestelle wartet sein Cousin Roman, der laut eigenen Aussagen den „amerikanischen Traum“ in Liberty City lebt – schnelle Autos, die heißesten Bräute und eine riesige Appartement-Wohnung mit Blick über die hell erleuchtete „Skyline“ der Innenstadt. Mit entsprechender Erwartungshaltung schmeißt sich Niko seinem Cousin in die Arme. Sehr bald aber erkennt der aus Osteuropa stammende Hauptprotagonist, dass bei Roman alles mehr Schein als Sein ist. Die versprochene Partyvilla entpuppt sich als verdreckte Ein-Zimmer-Wohnung am äußeren Stadtrand.
Business as usual?
Diesbezüglich bleibt also alles wie gewohnt, auch bei GTA 4 darf sich der Spieler wieder von ganz unten nach weit oben durchschlagen. Dabei bieten – wie fast schon selbstverständlich – unzählige Zwischensequenzen und mehr oder minder tiefgründige Dialoge den Rahmen für die Geschichte. In beinahe unheimlicher Brillanz präsentieren sich Charaktere der vielschichtigsten Sorte, dabei trumpft jeder mit immer neuen Extremen auf. So trifft Niko während seiner Reise u. a. auf den völlig durchgeknallten Autoverkäufer Brucie („Be genetically different!“) oder den über die ganze Stadt verstreuten McReary-Clan. Auch den gewohnten Gangster-Jargon bietet das Spiel wieder. Von Szenen, wie Little Jacob mit rauchendem Joint durch Liberty City rennt, lässt sich die eingespielte GTA-Gemeinde sowieso schon lange nicht mehr schocken. Was macht den neuen Teil also aus?
Insgesamt bedienen sich die GTA-Macher in ihrer neuen Auflage wesentlich mehr Plattformen, um die menschlichen Gewohnheiten im reellen Alltag mit dem so beliebten Wortwitz pausenlos aufs Korn zu nehmen. Das moderne Zeitalter hat nun auch in die GTA-Welt Einzug erhalten. Bei den Passanten auf den Straßen klingeln unentwegt die Mobiltelefone, das Handy wird selbst für Protagonist Niko zum wichtigsten Gebrauchsgegenstand. Über Anrufe und Kurznachrichten verständigt er sich mit Auftraggebern, mit der Handycam kann er Bilder seiner Umgebung einfangen. Ein netter Zusatz ist, dass Niko via Notruf (911) bei Bedarf einen Streifenwagen herbeirufen oder nach wilden Schießereien einen Sanitäter bestellen kann – was sich gerade während einiger Missionen als nützlich erweist. Wenn dem Spieler langweilig wird, kann er mit einem schnellen Tastendruck sein „Telefonbuch“ öffnen und bei den virtuellen Freunden durchklingeln. Darf es eine Partie Billard, eine Runde Dart oder Bowling sein? Empfehlenswert sei an dieser Stelle auch der Gang in die Cocktail-Bar. Beide Ausgehwütigen sind hinterher nicht nur sichtlich betrunken, auch der Spieler hinter dem Gamepad bekommt die Folgen des heftigen Trinkgelagers zu spüren. Wer dem Alkoholteufel nichts abgewinnen kann, findet vielleicht im Strip-Club das, wonach er sucht. Wie schon in GTA 3 kann sich der Protagonist gegen einen Aufpreis in der Privatkabine verwöhnen lassen. Das Einkommen von Niko ist zu Beginn allerdings begrenzt, so dass anfangs auf allzu kostspielige Freizeitbeschäftigungen verzichtet werden muss – das ändert sich aber im späteren Verlauf nahezu schlagartig.
Teil 2 von “GTA 4, angespielt” erscheint hier auf Flimmerkisten.de nächsten Montag, den 26. Mai.
Schummler schauen hier: GTA 4 Cheats





