Killerspiele: „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ fordert deutschlandweites Verbot

Dez 200823

von Alexander in Videospiele Ι Kommentare 0

Foto: pixelio.de / Schemmi
Foto: pixelio.de / Schemmi

Kurz vor Weihnachten erlebt die Gaming-Branche ihre ganz persönliche Bescherung – im „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ erheben mehrere Parteien Anklage gegen die Hersteller sogenannter „Killerspiele“ und die Kriegsindustrie. Darin werden laut Golem Thesen erhoben, die „Killerspiele“ als „Landminen für die Seele“ oder „aktives Kriegstraining“ bezeichnen. Experten vom Fach, die für die andere Seite argumentieren, würden sich demnach zu „Komplizen und Profiteuren des militärisch-industriellmedialen Komplexes“ machen. Unterzeichnet wurde die harsche Anklage von bekannten Spiele-Gegnern wie Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen und dem von der Universität Ulm stammenden Manfred Spitzer.

Generelles Verbot für GTA 4, Counterstrike & Co?

Die neue Publikation der Spiele-Kritiker fordert ein generelles Verbot von solchen Games, die von der USK keine Jugendfreigabe erhalten haben. Auch auf Erwachsene hätten „Killerspiele“ eine gewaltverharmlosende Wirkung. Jugendliche und Kinder würden beim Spielen von Games wie Counter Strike oder GTA4 Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktiken vermittelt bekommen. Wer diese Fakten verharmlose oder gar abstreite, würde sich zum Komplizen der Spiele-Industrie machen. So kritisiert der „Kölner Aufruf gegen Computerspiele“ u. a. die Bundesregierung für ihren Versuch, Videospiele als deutsches Kulturgut auszuzeichnen. Was dahinter stecke, sei klar: Sogar Bildungsstätten, wie zum Beispiel angesehene Hochschulen, seien immer abhängiger von der Industrie und vor allem ihren Geldern.

Die Verantwortlichkeit liege allein bei den Herstellern bzw. Entwicklern der „Killerspiele“ und der „Kriegsindustrie“. Ende 2006 stellte Spiegel Online eine gegensätzliche Meinung zur Disposition, die einem der Unterzeichner der neuesten Publikation, Christian Pfeiffer, vorwirft, er wolle die USK abschaffen. Manche würden sogar meinen, er wolle den Job übernehmen und die zusätzlichen Gelder einstreichen. Die Kritik zeigt, dass es zu jedem Thema mindestens zwei Meinungen gibt, wobei bei jede Seite die Einstellung der gegenüberstehenden Partei tolerieren sollte. Toleranz und Achtung für gegensätzliche Standpunkte zum Thema „Killerspiele – Verbieten oder nicht?“ sind nach dem jetzt veröffentlichten „Kölner Aufruf gegen Computerspiele“ etwas ins Hintertreffen geraten.

3 Bewertungen: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 3,33

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

keine Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar*Pflichtfeld