OLED-Displays: Wie funktionieren Bildschirme mit organischen Leuchtdioden?

Mrz 200920

von maik in Lexikon Ι Kommentare 0

Foto: Stihl024 / pixelio.de
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Die Abkürzung OLED steht für Organic light emitting diode. Dahinter steckt ein einfaches Funktionsprinzip: Bestimmte Verbindungen der organischen Chemie, kleine Moleküle oder langkettige Polymere, beginnen zu leuchten, wenn man eine elektrische Spannung anlegt. Die organischen Halbleiter-Materialien werden in extrem dünner Schicht auf ein Trägermaterial aufgebracht, wobei derzeit zwei Verfahren konkurrieren: Während die so genannten kleinen Moleküle aufgedampft werden, lassen sich die Polymere in Flüssigkeit lösen und mit einer Art Drucker hauchdünn auf dem Träger fixieren. Je nach chemischer Verbindung leuchten die organischen Verbindungen in unterschiedlichen Farben, sobald sie von Strom durchflossen werden. Das Trägermaterial dient dabei als Elektrode.

Technisch anspruchsvolle Verarbeitung

Aus dem Herstellungsverfahren lassen sich bereits die einschlägigen Vor- und Nachteile der OLED-Technologie ablesen: Je nach den verwendeten Materialien lassen sich extrem dünne Bildschirme herstellen, bis hin zu flexiblen Folien oder großflächiger Raumbeleuchtung. Zumindest theoretisch. In der Praxis erweisen sich die organischen Halbleiter als sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff und Feuchtigkeit, so dass nicht nur die Verarbeitung aufwändig und teuer ist, sondern auch die Lebensdauer noch Probleme bereitet. Bereits kleinste Verunreinigungen bei der Herstellung oder eine instabile Versiegelung können das organische Material zerstören.

Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten

Da OLEDs im Gegensatz zur LCD-Technologie direkt farbiges Licht emittieren, bieten Bildschirme mit Pixeln aus organischen Halbleitern einen hohen Kontrast und ein brillantes, helles Bild – ohne dass eine Hintergrundbeleuchtung notwendig ist. Entsprechend sparsam sind sie beim Energieverbrauch und entsprechend überzeugend ist die Schwarz-Darstellung. Die organischen Dioden glänzen außerdem durch extrem kurze Ansprechzeiten und arbeiten in einem breiten Temperaturbereich problemlos. Zudem sind OLED-Displays durch die dünne Bauweise sehr leicht und aus nahezu jedem Blickwinkel verlustfrei ablesbar. Der Hauptanwendungsbereich der OLEDs liegt derzeit bei kleinen Handy- oder Handheld-Displays. Die skizzierten Vorteile dürften den Herstellern aber Grund genug sein, der OLED-Technologie in den nächsten Jahren auch im Monitor- und Fernsehbereich zum Durchbruch zu verhelfen – auch wenn noch einige technologische Hürden zu nehmen sind, bis die OLEDs auch preislich konkurrenzfähig sein werden. Vorreiter ist Sony mit seinem XEL-1.

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