OnLive: Spielestream als Zukunft des Gaming?

Mrz 200925

von Jan in PC Spiele , Videospiele Ι Kommentare 3

Foto: Onlive
Foto: Onlive

Auf der Game Developer’s Conference, einer Fachmesse der Gaming-Branche, wurde ein Service vorgestellt, der sich anschickt, Gaming-PCs und Spielkonsolen überflüssig zu machen. Onlive nennt sich der ambitionierte Service. Was er verspricht, klingt zu schön, um wahr zu sein: Per Internetstream selbst anspruchsvolle Spiele wie Crysis flüssig und mit hohen Details auf schwache PCs, Macs und selbst HD-Fernseher bringen. Schon bald sollen wir herausfinden, ob das wirklich funktionieren kann.

Auf der GDC wurde Onlive bereits in Aktion gezeigt: Der Service zauberte Crysis flüssig auf Macbooks und Einsteiger-PCs. Über ein Browser-Plugin sollen auch PCs mit mäßiger Leistung in den Genuss von 60 Bildern pro Sekunde bei hohen Auflösungen kommen, eine kleine Settopbox ist als Variante für Fernseher geplant. Nur mit schnellen Breitbandverbindungen funktioniert der Gaming-Stream: Angeblich sollen 1,5 Mbit/s für Standardfernseh-Auflösung und 5 Mbit/s für 720p reichen.

Zentral bleibt die Frage, wie Onlive die Verzögerungszeiten zwischen Spielereingaben und Reaktionen auf dem Bildschirm kurz halten will. Wer englisch versteht, kann dazu zum Beispiel bei Kotaku und Giantbomb nachlesen, auf deutsch berichtet Golem über den Service.

Onlive verdient auch deswegen Beachtung, weil bereits einige Spielefirmen an Bord sind und dem Service ein Mindestmaß Glaubwürdigkeit verleihen. Mit EA, Take-Two, Atari, Ubisoft und THQ sind bereits viele der ganz großen an Bord. Wann der Service in Deutschland erscheinen soll, ist noch nicht bekannt.

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3 Kommentare
FeedTheMonkey sagt
25. März 2009

So dann mach ich mal einen kleinen Anfang:

Also meines erachtens ist das absolute Zukunftsmusik. Ich weiss ja nicht auf welchen Techniken das Onlive System basieren soll, aber mit aktuellen High-End Systemen ist es teils schon nichtmal möglich lokal ein Spiel (siehe GTA 4) lagfrei darzustellen. HD Videos, welche wohlgemerkt einfach nur abgespielt werden und nicht noch den Input eines Controllers synchronisieren müssen, haben schon sehr hohe Verzögerungszeiten bei Leitungen oberhalb der 2MBit die hier erwähnt wurden.

Dann stelle ich jetzt einfach mal ein kleines Beispiel in den Raum welches meine Ansicht etwas verdeutlichen soll:

Ich habe daheim einen Linux Server der an den Rest meiner Rechner mit 100MBit angebunden ist (50 Mal so viel wie OnLive behauptet zu benötigen) und wenn ich dort eine Remote Desktop Verbindung aufrufe habe ich schon massigst Verzögerung … also Spürbar … und da wird nichtmal annähernd eine 3D Anwendung berechnet.

Sicher kann durch einen revolutionären Technikvorstoß in Sachen komprimierung der Daten zeit gespart werden … doch wie jeder weiss muss was komprimiert wird auch dekomprimiert werden … das heisst für den Ansatz von OnLive folgendes:

Client (also dein PC) schickt anfrage (Controller Input z.B.) -> Server nimmt anfrage an, berechnet Bildänderung, komprimiert das ganze Bild und schickt es zurück zu Client -> Client bekommt komprimiertes Bild, dekomprimiert und stellt dar und das immer wieder im Kreis … bei sagen wir mal 24 Bildern / sec, womal ein Spiel dann noch nicht 100% flüssig läuft wird dieser Vorgang doch eine immense Rechenleistung und vorallem Bandbreitenreaktion benötigt.

Weiteres Beispiel:

Ich besitze derzeit einen Rechner, welcher zwar z.B. TF2 mit 120 fps abspielt … doch die Verbindung zum Steam Server … trotz dessen, dass dort keinerlei Berechnung der Grafik, oder gar komprimierung stattfindet, findet bei meiner 1und1 DSL 16000 Leitung mit einem Ping (Verzögerung) von ca. 30ms statt … jetzt kann man sich ausmalen, wie drastische die verzögerung steigen würde, wenn Steam mein Spiel berechnen müsste, es komprimieren und abgleichen müsste …

Mein Fazit:

Das riecht mir sehr nach Augenwischerei und da hätte ich gerne Resultate!

Ich habe mich zum Betatest angemeldet und bin gespannt wie die das mit Millionen von Menschen die gleichzeitig auf Ihre Server zugreifen lösen wollen.

Und das ist nur die Oberflächlich Technische sicht der Sache … von Besitz eines Games oder Abokosten spreche ich hier nichtmal.

krassalter sagt
25. März 2009

Wirklich Krass Alter, diese News oder? Ich meine überleg mal, da kann die Bundesregierung noch soviel Computerspiele verbieten, die Leue können es sich dann einfach über die Seite auf den Bildschirm streamen lassen :-) .

FeedTheMonkey sagt
26. März 2009

Na Du glaubst doch aber nicht, dass die Bundesregierung da nicht die Hand drauf legen wird oder?

Im Gegenteil, dann können die noch leichter kontrollieren und verbieten.

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