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Mit Six Days in Fallujah will Spiele-Publisher Konami einen Militär-Shooter auf den Markt bringen, der schon vorab für heftige Diskussionen sorgt. Während die einen Konami vorwerfen, das Leid anderer Menschen marketingstrategisch (aus-) zu nutzen und dementsprechend jegliches Taktgefühl absprechen, stellt besagtes Spiel für die anderen nur einen neuen Vertreter des Shooter-Genres dar. Das Game handelt, wie der Titel auch schon vermuten lässt, von der sogenannten „Schlacht um Fallujah“, in der vom 7. November bis 23. Dezember 2004 während heftigen Kämpfen zwischen den amerikanischen und irakischen Truppen geschätzte 1500 Menschen getötet wurden. Zugegeben, auch die zahlreich vorhandenen Shooter, die während des Zweiten Weltkriegs oder dem Vietnamkrieg angesiedelt sind, bereiten das Thema Krieg für ein Unterhaltungsmedium, in diesem Fall ein Videospiel, auf. Und CoD4 handelt bekanntlich teilweise ebenfalls vom Irakkrieg. Trotzdem geht Konami aus Sicht vieler Gamer einen Schritt weiter – und zwar einen, der nicht sein muss.
Golem zufolge sollen die meisten Missionen des Spiels auf Erfahrungsberichten, Fotos und Videos an der Schlacht beteiligter Soldaten basieren. So habe einer der von dem Entwickler-Studio befragten Soldaten beispielsweise ein Tagebuch geführt und dort die genaue Uhrzeit notiert, zu der er eine Leuchtgranate abgeschossen habe. Um eine möglichst realitätsgetreue Darstellung der Schlacht um Fallujah zu gewährleisten, will Konami derartige Daten bis ins kleinste Detail in das Spiel transferieren. Der Begriff Moral scheint den Machern dieses Shooters nicht völlig unbekannt zu sein. So sollen moralische Entscheidungen in Six Days in Fallujah insofern eine Rolle spielen, als dass die Entscheidungen des Spielers Auswirkungen auf den restlichen Verlauf des Spiels haben werden. Als Beispiel wird auf Golem die Tötung eines anscheinend unbewaffneten Feindes angegeben.
Entwickelt wird Six Days in Fallujah von Atomic Games, zu deren Investoren eigenen Angaben zufolge auch der amerikanische Geheimdienst CIA zählt. Demnach ist auch davon auszugehen, dass der Spieler, ähnlich wie bei vielen anderen Games dieses Genres, nur amerikanische und keine irakischen Soldaten aus der Schulterperspektive heraus steuern wird. Dass der Shooter bei der Darstellung der Kriegshandlungen wenigstens den Versuch wagt, Objektivität zu wahren, ist ebenso wenig zu erwarten, wie dass ein solches Spiel etwas zur Völkerverständigung, Abschreckung vor Krieg oder Aufarbeitung des Geschehenen beiträgt. Mit Blick auf Letzteres sei jedoch angemerkt, dass man diese Punkte, sofern man möchte, nahezu allen Spielen dieses Genres und ebenso vielen Kriegsfilmen vorwerfen kann. Inwiefern man virtuellen Krieg unterhaltsam findet, muss schlussendlich jeder selbst wissen.
Anbei noch ein auf Gulli veröffentlichtes Statement von Peter Tamta (Atomic Games):
Die große Aufgabe besteht darin, den großen Schrecken im Spiel so zu veranschaulichen, dass hinterher noch trotzdem ein gewisser Spaßfaktor erhalten bleibt. Unsere ideale Zielvorstellung ist es, dem Spieler im Laufe des Spiels die Lage der beteiligten Personengruppen möglichst wahrheitsgetreu widerzuspiegeln.






