
- Foto: pixelio/A. Dreher
Der Eine oder Andere kennt die Situation vom letzten Fernseher-Kauf: soll man sich nun für einen Plasma- oder aber für einen LCD-Fernseher entscheiden? Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile und ihre jeweilige Anhängerschaft. Was die Kaufentscheidung mit Sicherheit erleichtert, ist zu wissen, was hinter der Technik steckt und wie sie funktioniert. Hier deshalb eine leicht verständliche Erklärung der Funktionsweise von Plasma-Bildschirmen und auch ein paar Worte zu ihren Vorteilen. Die sind nämlich recht überzeugend.
Das Prinzip des Plasmafernsehers ist grundsätzlich mit dem der Leuchtstoffröhre zu vergleichen. Ein eingeschlossenes Gas wird “ionisiert”, d.h. urspünglich neutrale Gas-Atome werden elektrisch aufgeladen und zu Ionen. Das passiert in einer Kettenreaktion: schon vorhandene Ionen werden durch ein elektrisches Feld so stark beschleunigt, dass bei ihrem Aufprall auf neutrale Gas-Atome immer neue Elektronen herausgeschleudert werden. Nach kürzester Zeit entsteht daraus das “Plasma” (gr. für Gebilde) – ionisiertes Gas eben. Dieses kann einfacher Qecksilberdampf sein (wie bei den Leuchtstoffröhren) oder aber Edelgase wie Neon und Xenon (wie bei Plasma-Fernsehern).
Der Aufbau des Bildschirms ist sehr simpel: zwischen zwei Glasplatten befindet sich eine große Anzahl von Kammern. Jede der Kammern ist mit ionisiertem Gas gefüllt – drei Kammern liefern zusammen genau einen Bildpunkt, also Pixel. Außerdem sind die Kammern mit verschiedenen Leuchtstoffen beschichtet – je nach Beschichtung ergibt sich einer der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau.
Und so kommt es zum Fernsehbild: ein Transistor “zündet” das in der Kammer enthaltene Gasgemisch und ionisiert es zu Plasma. Von diesem elektrisch aufgeladenen Plasma geht (unsichtbare) UV-Strahlung aus, die wiederum auf das in der Kammer aufgebrachte Leuchtmittel trifft und eine Farbe erzeugt – eine der drei Grundfarben, bzw. Mischungen aus diesen. Die Helligkeit wird übrigens durch die Zünddauer reguliert: je länger das ionisierte Gasgemisch in einer Kamera gezündet wird, desto heller erscheint das Bild.
Welche Vorteile hat diese Technik? – Ziemlich gewichtige. So gelten Plasma-TVs als wesentlich kontraststärker und farbtreuer als LCD-Fernseher. Außerdem geschieht die oben beschriebene Ansteuerung der Bildpunkte so schnell, dass keine sogenannten “Nachzieheffekte” bei schnellen Kamerabewegungen auftreten. Die berühmten Schlieren, etwa bei der Übertragung von Fußballspielen, entfallen. Plasmafernseher sind außerdem resistent gegenüber Magnetfeldern – große Boxen können also sorglos direkt neben dem Fernseher platziert werden.
Und der größte Vorteil – ganz wörtlich gemeint: im Gegensatz zu LCDs und Röhrengeräten, ist der Bildschirmdiagonale von Plasma-TVs praktisch keine Grenze gesetzt. Einer der derzeitigen Top-Plasmas von Panasonic zum Beispiel zeigt recht beeindruckende Maße: stolze 2,62 Meter mißt die Bilddiagonale des TH-103PF9EK. Gigantisch ist dafür aber auch der Preis: rund 67.000 Euro müssen für den Jumbofernseher auf die Ladentheke gelegt werden.




